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Österreichische Opferbeauftragte pocht auf Unabhängigkeit

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Österreichische Opferbeauftragte pocht auf Unabhängigkeit

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Österreichs neue Opferbeauftragte hat nach ihrer Ernennung durch die katholische Kirche ihre Unabhängigkeit betont. Kritiker halten Waltraud Klasnic, der früheren Landeshauptfrau der Steiermark, vor, eher Täter- als Opferbeauftragte zu sein, da Kardinal Schönborn sie bestellte.

Sie widerspricht: “Ich werde mir das Recht nehmen, als unabhängige Opferschutzanwältin das zu sagen, was ich mir denke, oder was ich mit jenen, die mit mir arbeiten, beraten habe und vorbereitet habe.”

Anders als in Rom, wo man zaudert, trat im Stephansdom in Wien Christoph Kardinal Schönborn am Mittwochabend den Büßergang an: Mit einem Bußgottesdienst in so nie dagewesener Offenheit, in dem die Opfer zu Wort kamen und Schönborn kein Blatt vor den Mund nahm:

“Wir bekennen, dass wir die Wahrheit nicht erkennen wollten, dass wir vertuscht und ein falsches Zeugnis gegeben haben. Einige von uns konnten dadurch andere und sich selbst weiter belügen und ihre Verbrechen fortführen.”

Klasnic wird nun eine unabhängige Kommission zusammenstellen. Diese soll als Anlaufstelle für die Opfer dienen, Hilfe bei Therapien geben und zur Prävention beitragen.