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Unfrohe Ostern für die katholische Kirche

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Unfrohe Ostern für die katholische Kirche

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Die Osterfeierlichkeiten dieses Jahres stehen für die katholische Kirche mehr unter dem Zeichen der Buße als der Freude. Neben den anstrengenden Zeremonien der Karwoche hat sich Papst Benedikt der 16. mit Vorwürfen amerikanischer Anwälte auseinanderzusetzen. Sie halten ihm in einem Missbrauchsfall Verschweigetaktik vor. Nicht zu seiner Zeit als Papst, sondern zuvor als Kardinalpräfekt der Kongregation für die Glaubenslehre.

Der Heilige Stuhl verwies in einem Brief auf die Immunität des Papstes, um zu verhindern, dass Benedikt der 16. vor einem Gericht in Kentucky als Zeuge aussagen muss.

Während man in Rom abwiegelt, trat im Stephansdom in Wien der österreichische Kardinal Christoph Schönborn den Büßergang an: mit einem in solcher Offenheit nie dagewesenen Bußgottesdienst, in dem auch die Opfer zu Wort kamen und Schönborn kein Blatt vor den Mund nahm:

“Wir bekennen, dass wir die Wahrheit nicht erkennen wollten, dass wir vertuscht und ein falsches Zeugnis gegeben haben. Einige von uns konnten dadurch andere und sich selbst weiter belügen und ihre Verbrechen fortführen.”

Die Deutsche Bischofskonferenz entschied, erstmals in die Karfreitags-Gottesdienste eine Fürbitte für die Opfer einzuschließen.

Seit Dienstag ist außerdem eine Telefonhotline für Missbrauchsopfer geschaltet.