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Wahl im Sudan - Oppositionskandidat wirft hin

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Wahl im Sudan - Oppositionskandidat wirft hin

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Kurz vor den Wahlen im Sudan hat der aussichtsreichste Gegenkandidat von Staatschef Omar al-Bashir seinen Rückzug angekündigt. Auch die wichtigsten Oppositionsparteien boykottieren den Urnengang. Die Abstimmungen über den Präsidenten und das Parlament sollten die ersten Mehrparteienwahlen im Sudan seit 24 Jahren werden.

Jassir Arman von der sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM), glaubt nicht an einen fairen Wahlgang:

“Die Sicherheitslage, der Ausnahmezustand und die Schwierigkeiten der Menschen in Darfur machen freie und faire Wahlen dort unmöglich. Das hat die Bewegung ‘Hoffnung und Wandel in Darfur’ bestätigt – die Sicherheitsdienste kontrollieren dort alles.”

Der Rückzug ist fatal für das Land im Nordosten Afrikas, das seit 2003 vom Konflikt in Darfur erschüttert wird.

Vor gut zwei Jahrzehnten hatte al-Baschir
nach einem Militärputsch die Macht im Sudan übernommen.

Vier Jahre später wurde er auch formell Staatspräsident. Er regiert den Sudan mit eiserner Hand.

Seit zwei Jahren besteht ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag gegen ihn, unter anderem wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in Darfur.

Im Darfur-Konflikt kamen bisher mindestens 200.000 Menschen um, 2,5 Millionen wurden innerhalb der Region vertrieben.

Ethnische Konflikte zwischen arabischen und schwarzafrikanischen Völkern werden verschärft durch die Folgen des Klimawandels – Dürre,
Wüstenbildung und Bodenerosion.

Als nächste Krisenregion strebt der Südsudan nach Unabhängigkeit vom muslimisch geprägten Norden – im Grenzgebiet liegt das größte Ölvorkommen des Landes.