Eilmeldung

Eilmeldung

Missbrauch: Debatte um Vergleich mit Judenhass

Sie lesen gerade:

Missbrauch: Debatte um Vergleich mit Judenhass

Schriftgrösse Aa Aa

Auch zu den Osterfeiertagen lässt aber die Debatte
um Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche nicht nach. Allerdings hat der Hausprediger des Papstes jetzt eine neue Facette hinzugefügt, in einer Predigt, der auch sein Chef zuhörte.

Raniero Cantalamessa spricht davon, er habe von einem jüdischen Freund einen Brief bekommen: Dieser nicht näher genannte Freund habe sich darin mit Abscheu über die Angriffe auf die katholische Kirche geäußert. Im Gebrauch von Klischees sowie in der Vermischung von persönlicher und Kollektivschuld fühle sich dieser jüdische Freund an die schlimmsten Aspekte des Judenhasses erinnert.

Der Vergleich mit dem Antisemitismus liegt für andere Juden dagegen nicht so nahe: Einer ihrer Vertreter in den USA, Abraham Foxman von der Anti-Defamation League, weist darauf hin, dass der Karfreitag über lange Zeit ein Tag kirchlich begünstigten Judenhasses gewesen sei. Diesem Priester sei die Geschichte des Judenhasses wohl nicht geläufig: Damit sei seine Äußerung umsomehr eine ernste Sache und eine Kränkung.

Der Papst selbst ist in seinen Osteransprachen bisher nicht auf die Missbrauchsfälle in seiner Kirche
eingegangen.