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Vatikan rückt Antisemitismusvergleich zurecht

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Vatikan rückt Antisemitismusvergleich zurecht

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Der Vatikan hat am Samstag eine Äußerung des Hauspredigers des Papstes während der Karfreitagsliturgie zurechtgerückt. Im Beisein Benedikts XVI. hatte der Franziskanerpater aus dem Brief eines jüdischen Freundes zum Missbrauchsskandal zitiert. Dort wurde ein Vergleich mit den “beschämendsten Aspekten des Antisemitismus” gezogen.

Der Sprecher des Vatikan, Federico Lombardi, betonte, dieser Vergleich sei “absolut” nicht die Haltung des Vatikan oder der katholischen Kirche. Pater Cantalamessa habe auch keinen Vergleich ziehen, sondern lediglich ein Zeichen der Solidarität wiedergeben wollen.

Vatikankenner Gino Brunelli von der RAI wirft dem Hausprediger Naivität vor: “Es war leicht vorhersehbar, dass man diese Worte so interpretieren konnte, wie es geschehen ist. Von daher war die Äußerung inopportun”, findet Brunelli.

Jüdische Organisationen in den USA und in Deutschland hatten die Karfreitagspredigt scharf kritisiert. Der Vizepräsident der US-Organisation der Holocaust-Überlebenden bezeichnete den Antisemitismusvergleich als “beleidigend und unhaltbar”, der Zentralrat der Juden in Deutschland von einer Frechheit.