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Irak: Kritik nach Massaker an Bürgerwehr

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Irak: Kritik nach Massaker an Bürgerwehr

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Uniformierte Angreifer haben in einem irakischen Dorf drei Häuser gestürmt und mindestens 24 Menschen erschossen, darunter fünf Frauen.

Laut irakischer Armee gehören viele Opfer zu Sicherheitskräften oder der Sahwa-Miliz, einer Bürgerwehr aus ehemaligen Aufständischen.

Viele überlebende Dorfbewohner gehen von einer Racheaktion aus. Mindestens zwei Dutzend Verdächtige sind in Haft.

Während einige noch traumatisiert sind von dem Massaker attackieren andere angereiste Regierungsvertreter. Die sunnitischen Milizen seien nach ihrem Seitenwechsel entwaffnet worden.

Ein Frau beklagte sich offen bei dem Sprecher des irakischen Verteidigungsministeriums, General Mohammed al-Askri:

“Warum hat uns niemand geschützt? Sie hätten hier
sein sollen, an ihrer Seite. Die Männer waren lange auf der Seite von Al-Kaida, aber seit einiger Zeit nicht mehr.”

Das Dorf Sufija liegt in einer sunnitischen Enklave südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad, die bis
2007 als Hochburg der Aufständischen galt.

Seit der Bildung der lokalen Bürgerwehren im Irak sind die Anschläge wesentlich zurückgegangen.

Nach Angaben der irakischen Sicherheitsbehörden hatten die Angreifer den Eindruck erweckt, es handele sich um US-Soldaten. Ihre Uniformen ähnelten amerikanischen, sie trugen Sonnenbrillen und sprachen Englisch.