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Mord an rechtextremistischem Politiker in Südafrika

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Mord an rechtextremistischem Politiker in Südafrika

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Zehn Wochen vor Beginn der Fußball-WM kommen Südafrika Schlagzeilen über Gewalt und Rassenkonflikte reichlich ungelegen. Zwei junge schwarze Arbeiter, 15 und 21 Jahre alt, haben ihren Boß im Streit um Lohn erschlagen. So die Polizeiangeaben. Politisch wird die Tat durch die Person des Getöteten. Der Mann mit dem symbolträchtigen Namen Eugene Terreblanche – zu deutsch “weiße Erde” war Anführer der burischen Rechtsextremisten. Auch nach dem Ende der Apartheid 1994 blieb er ein entschiedener Verfechter der Rassentrennung.

Alana Baily, deren Organisation “AfriForum” sind für Minderheitenrechte einsetzt, befürchetet eine weitere Polarisierung, für die sie die jüngsten Erklärungen von Julius Malema verantwortlich macht.

Malema ist der Führer der Jugendorganisation des in Südafrika regierungen ANC. Zu Gast in Simbabwe zeigte er Sympathien für die dort übliche gewaltsame Enteignung weißer Farmer.
Auch mit Gesang.
“kill the boers, kill the boers…”, singt er auf dem Podium. “Töte den Buren” – ein Lied, das in den Jahres den Anti-Apartheid-Kampfes des ANC entstand.

Gewerkschaftssprecher Patrick Craven weist jeden Zusammenhang zwischen diesem alten ANC-Kampf-Lied und der Bluttat zurück, bei der es sich seiner Meinung nach um normale Kriminalität handele.

Präsident Jacob Zuma sorgt sich aber zu Recht
auch um den Schatten, den diese Gewalttat auf die erste Fußball-WM auf afrikanischem Boden werfen könnte – zumal die Rechtsradikalen nach der Gewalttat gegen ihren Führer zornig von einer “Kriegserklärung” der Schwarzen gegen die Weißen sprechen.
Dabei sind die größten Probleme im Lande sozialer Natur. Die katastrophalen Verhältnisse in den Nachbarländern Mosambique und vor allem Simbabwe haben inzwischen mehr Armutsflüchtlinge nach Südafrika getrieben, als das Land verkraften kann.