Eilmeldung

Eilmeldung

Ist Großbritannien reif für einen Wechsel?

Sie lesen gerade:

Ist Großbritannien reif für einen Wechsel?

Schriftgrösse Aa Aa

Die Umfragen der letzten Wochen bescheinigen den Konservativen einen gewissen Vorsprung – 37 Prozent – vor 33 Prozent für die seit 1997 regierende Labour-Party. Für die Liberalen wurden zuletzt 21 Prozent ermittelt. Das sind die Zahlen, die der “Guardian” verbreitet. Nach den allgemeinen Erfahrungen der Abnutzung von politischen Parteien an der Macht in einer Demokratie sollte “Great Britain” also reif sein für den Wechsel.

Als vor drei Wochen der Labour-Finanzminister mit dem schönen Namen “Darling” seinen jährlichen Haushalt vorstellte, vermochte das schon kaum noch jemand ernst zu nehmen.

Es folgten Proteste auf der Straße und die prompte Ankündigung der Konservativen, sofort einen Gegen-Haushalt bereitzuhalten. Die konservativen Herausforderer vergleichen die Lage nach 13 Jahren Labour-Herrschaft mit jener Wahl von 1979, nach der die “eiserne Lady” Margaret Theatcher das Land von Grund auf umkrempelte. Die viel zu großen Schuhe als Wahlkampfgag sollen symbolisieren, wie die Labour-Führer das zarte Pflänzchen Wirtschaftsaufschwung niedertrampeln.

Das Ziel der Wahlkämpfer ist klar: mit 326 Sitzen im Unterhaus hat man die Mehrheit.

Wichtigstes Argument der Tories: die Labour-Party habe mit ihrer Finanzpolitik das Land in den den Abgrund getrieben.

David Cameron, der jetzt verstärkt den Kontakt zum Wahlvolk sucht, hat es seit seinem Antritt vor fünf Jahren geschafft, der konservativen Partei einen jugendlicheren Anstrich zu geben.
Man wird sehen, was Labour-Führer Gordan Brown im Wahlkampf noch dagegen halten kann.
Das Zünglein an der Waage könnten nun die Liberaldemokraten sein, die sowohl Labour als auch den Tories Wähler abgeluchst haben.
Denn wenn keine der beiden großen Parteien die Mehrheit bekommt, rutscht eine dritte Partei mit ins Boot. Eine Koalitionsregierung gab es in Großbritannien nur ein einziges Mal seit dem II. Weltkrieg, das war 1974.