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Historische Versöhnungsgeste

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Historische Versöhnungsgeste

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Als erster russischer Regierungschef besucht Wladimir Putin an diesem Mittwoch die Gedenkstätte Katyn. Das Treffen mit seinem polnischen Kollegen Donald Tusk gilt im belasteten Verhältnis beider Länder als Meilenstein.

1940 waren auf Befehl des Diktators Stalin mehr als 20.000 polnische Offiziere und Intelektuelle von sowjetischen Soldaten ermordet und im Wald von Katyn verscharrt worden.

Dazu der polnische Historiker Marek Lasota:

“Ich würde gerne daran glauben, dass Putins Teilnahme an der Zeremonie bedeutet, dass Russland seine Verantwortung für dieses historische Erbe nicht zurückweist.”

70 Jahre danach ist das Massaker für Polen noch immer ein schweres Trauma und für Russland ein schweres Erbe. “Es ist eine der großen Hindernisse auf dem Weg zur Verbesserung der Beziehungen, nicht nur zwischen den Regierenden, auch zwischen den normalen Menschen”, so die russische Historikerin Natalia Lebedeva, “sie sind einfach verletzt darüber, dass wir ihren Schmerz nicht teilen und die Wahrheit leugnen.”

Als die Wehrmacht 1943 die Massengräber entdeckte, wies Stalin die Verantwortung zurück und beschuldigte die “deutschen Faschisten” der Morde. Erst 1990 bekannte sich der damalige Kremlchef Michail Gorbatschow zur Schuld seines Landes. Russland lehnt aber weiter ab, das Verbrechen als Völkermord anzuerkennen.