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Kirgistan: Volksregierung übernimmt Macht


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Kirgistan: Volksregierung übernimmt Macht

Nach blutigem Machtkampf in Kirgistan hat die Opposition eine “Volksregierung” ausgerufen.
Die amtierende Regierung ist zurückgetreten.

Bei den Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei sollen allein in der Hauptstadt Bischkek etwa 100 Menschen getötet worden sein. Mindestens 400 Menschen seien verletzt worden, hieß es von Seiten der Opposition.

Regierungsgegner brachten mehrere staatliche Gebäude sowie Medienanstalten unter ihre Kontrolle.

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin wies jede Beteiligung seines Landes an den Geschehnissen in Kirgistan zurück.

Die ehemalige Außenministerin und nun Mitglied der Oppositionsregierung Rosa Otunbayeva sagte:
“Das Innenminnisterium und der nationale Sicherheitsdienst sind bereit unter dem neuen Management zu arbeiten. Wir müssen die Kontrolle wiedererlangen. Sicherheit ist unsere oberste Priorität.”

In dem an China grenzenden Kirgistan hatten sich den ganzen Tag über wütende Regierungsgegner Schießereien mit der Polizei geliefert. Wo sich der autoritäre bisherige Präsident Kurmanbek Bakijew aufhält ist unklar. Medien berichteten, er habe das Land verlassen und sei in die Nachbarrepublik Kasachstan geflohen. Andere berichteten, das Bakijew sich in der Stadt Osch im Süden Kirgistans verschanzt hält.

Kritiker werfen Bakijew Repressionen gegen Andersdenkende vor und klagten über Korruption, Vetternwirtschaft und gewalttätigen Clanstrukturen. Die Menschen leiden unter extremer Armut. Ein Demonstrant sagte: “Erst das Akayevregime, jetzt Bakijew. Die Leute sind wütend. Wir haben alle keine Jobs. Sie schießen auf uns. Wir werden noch Blut mit Blut vergelten.”

Die aufgeheizte Lage scheint sich in der Nacht leicht beruhigt zu haben. Die Krankenhäuser sind voll mit Opfern der Ausschreitungen.

Die Spannungen im Land bleiben bestehen. Ob es der “Volksregierung” gelingt wieder Ruhe und Ordnung herzustellen ist noch nicht absehbar.

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