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Neue Gewalt in Kirgistan

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Neue Gewalt in Kirgistan

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In Kirgistan flammt die Gewalt wieder auf. Nach den blutigen Unruhen vom Vortag hatte die Opposition die Macht übernommen. Plünderungen und Brandstiftungen aber nahmen damit kein Ende.

Die Spannung nahm weiter zu, als am Nachmittag der gestürzte Präsident Kurmanbek Bakijew klarmachte, er betrachte sich weiter als Staatsoberhaupt. In einem Radiointerview in seiner Heimatregion, in die er geflohen war, gestand er ein, dass er die Armee nicht mehr kontrolliert. Seine Niederlage wollte er aber nicht anerkennen: Verfassungsmäßiger Präsident des Landes sei weiter er.

Zuvor hatte die Opposition das Parlament und sämtliche Regierungsgebäude in der Hauptstadt Bishkek übernommen, rasch eine eine neue Regierung eingesetzt, und vom bisherigen Präsidenten den Rücktritt verlangt.

Bei dem plötzlichen Aufstand waren mindestens 70 Menschen getötet worden. Nachdem die Plünderungen auch nach dem Ende der Demonstrationen nicht aufhörten, ordnete der von der Opposition neu-eingesetzte Innenminister an, auf Plünderer und Randalierer schießen zu lassen.

Die neue Regierung kündigte an, in sechs Monaten Wahlen organisieren zu wollen. Die frühere Außenministerin und jetzige Regierungsanführerin Rosa Otunbajewa sagte, bis dahin werde das Parlament aufgelöst und eine neue, demokratische Verfassung ausgearbeitet. An die Adresse der USA sagte die neue Regierung, der für den Afghanistan-Einsatz wichtige Militär-Stützpunkt in Manas könne weiter funktionieren, allerdings gebe es einige Details zu klären.