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Ban pocht auf Einhaltung der Menschenrechte

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Ban pocht auf Einhaltung der Menschenrechte

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Im Zeichen der atomaren Abrüstung hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon mehrere zentralasiatische Republiken besucht. Er appellierte an die Regierungen, Menschenrechte einzuhalten und sich an die internationalen Verträge zu halten. Im kasachischen Semei traf er euronews auf dem ehemaligen Atomwaffentestgelände der Sowjetunion. Noch immer wird dort etwa jedes zweite Kind mit einer Behinderung geboren. Das Gespräch führte Denis Loktev.

euronews:
“Sie besichtigen ein früheres nukleares Testgelände, auf dem es 456 Atomexplosionen gab. Wie fühlen Sie sich?”

Ban Ki Moon, UNO-Generalsekretär:
“Es ist eine ernüchternde Erfahrung für mich, an diesem Ort (Ground Zero) zu stehen, an dem so viele Atomtests durchgeführt worden sind. Man hat mir erklärt, dass es hier 456 Atomversuche gab, die katastrophale Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hatten. Wir sollten dieses schreckliche Erbe sich niemals wiederholen lassen.

Und ich schätze den kasachischen Präsidenten Nasarbajew als außerordentliche Führungsperson, die diese Testzone mutig geschlossen und damit Zentralasien zur atomwaffenfreie Zone gemacht hat. Das ist ein großer Meilenstein.”

euronews:
“Ihr Besuch fällt mit der Unterzeichnung des neuen Abrüstungsvertrags zusammen. Die USA und Russland reduzieren ihre atomaren Sprengköpfe und Trägersysteme. Nichtsdestotrotz behalten sie genug Waffen, um alles Leben auf dem Planeten zu vernichten. Wieviel Sicherheit hat uns der Vertrag wirklich gebracht?”

Ban Ki-moon:
“Die internationale Gemeinschaft ist verpflichtet, eine Welt ohne Atomwaffen und ohne ihre Verbreitung zu schaffen; das müssen wir ohne jede weitere Verzögerung umsetzen. Nächste Woche, wenn ich an dem Abrüstungsgipfeltreffen in Washington D.C. teilnehme, werde ich an die politischen Führer der atomaren Mächte appellieren, politische und moralische Verantwortung zu übernehmen.

Wir brauchen keine weiteren Atomwaffen. Diesbezüglich möchte ich dem russischen Präsidenten Medwedew und dem amerikanischen Präsidenten Obama, die den neuen Abrüstungsvertrag unterzeichnet haben, mein Lob aussprechen. Das ist ein Neubeginn, und ich hoffe, die anderen Atommächte werden nachziehen.”

euronews:
“Glauben Sie, dass dieser neue Vertrag Auswirkungen auf die Nicht-Verbreitung von Atomwaffen hat, besonders, was den Iran betrifft?”

Ban Ki-moon:
“Ich bin davon überzeugt, dass die ermutigende Entwicklung auf dem Gebiet der atomaren Abrüstung und Nicht-Verbreitung sicherlich positive Auswirkungen haben wird in unserem Bestreben, eine Welt ohne nukleare Waffen zu schaffen – darunter fällt auch das iranische Atomprogramm.”

euronews:
“Kommen wir auf Ihren Besuch in Zentralasien zu sprechen. Sie waren vorher in vier weiteren Republiken dieser Region, die für die Missachtung von Menschenrechten und demokratischen Standards bekannt sind. Bisher haben die politischen Führer fast alle Kritik überhört. Welche Auswirkungen wird IHRE Kritik haben?”

Ban Ki-moon:
“Als Generalsekretär der Vereinten Nationen habe ich große Verantwortung und ein Mandat, um für Menschenrechte zu werben und sie zu schützen. Sie sind ein überall anerkannter Wert. Ich habe mit unmissverständlichen Worten an die zentralasiatischen Mächte appelliert, die Menschenrechte und schwächsten Glieder der Gesellschaft zu schützen, sowie alle internationalen Abmachungen und Einigungen umzusetzen, zu denen sie sich verpflichtet haben.

Dass alle Mächte die Menschenrechte als universelles Prinzip und als menschlichen Wert anerkennen, ist eine moralische Verpflichtung.”

euronews:
“Und wie waren die Reaktionen auf Ihren Appell?”

Ban Ki-moon:
“Ich bin davon überzeugt, dass sie meine Botschaft klar und deutlich vernommen haben; die Botschaft des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, nämlich die Verpflichtungen der internationalen Gesetze und Verträge zu den Menschenrechte voranzutreiben und umzusetzen.”