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Jahrestag der Einnahme Bagdads: Iraker protestieren

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Jahrestag der Einnahme Bagdads: Iraker protestieren

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Am siebten Jahrestag der Einnahme Bagdads durch die US-Armee und des Sturzes von Saddam Hussein haben zehntausende Iraker gegen die Präsenz der Amerikaner protestiert. In der Stadt Nadschaf südlich von Bagdad, die den Schiiten heilig ist, versammelten sich die Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr und forderten den Abzug der Besatzer. Ihre Bewegung gilt als Königsmacher bei der Regierungsbildung.

Auch in Bagdad, am “Denkmal für die Befreiung”, wurde demonstriert: “Am neunten April wurde der Irak Zeuge einer Besetzung, nicht einer Befreiung, wie einige glauben. Heute ist nicht bloß ein Jahrestag des Sturzes des alten Regimes, es ist der Jahrestag der Besetzung des Iraks durchs eine Reihe fremder Länder”, meinte ein Demonstrant.

Auch sieben Jahre nach der Invasion sind die Spuren des Kriegs sichtbar. Erst am Osterwochenende gab es wieder blutige Anschläge. Bis Ende nächsten Jahres wollen die USA ihre Truppen abziehen.

Ein Politikwissenschaftler räumt ein: “Es gab auch viele positive Ergebnisse trotz der Folgen der Besetzung durch die US-Armee. Das wichtigste Ergebnis ist, dass ein politischer Prozess eingeleitet wurde, der die ersten Schritte hin zur Demokratie ermöglicht.”

Nach der Parlamentswahl im März, die keine klaren Mehrheiten brachte, mühen sich die Parteien derzeit, eine Koalition auf die Beine zu stellen. Dort, wo einst Saddam Hussein vom Sockel gestürzt wurde, steht heute eine Freiheitsstatue.