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Staaten suchen Ausweg aus Klimafalle

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Staaten suchen Ausweg aus Klimafalle

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Die Scherben auflesen – darum geht es an diesem Wochenende in Bonn. Vier Monate nach dem gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen beraten die Staaten nun darüber, wie die festgefahrenen
Verhandlungen wieder angeschoben werden könnten.

Die Erwartungen sind gering, die Aussichten ungewiss: Die kleinen Inseln – also die, die von Erwärmung und steigendem Meeresspiegel stark betroffen wären – hätten nicht das Gefühl, irgendetwas habe sich geändert, sagt der Vertreter der Seychellen. Was nach Kopenhagen auf dem Tisch liege, laufe auf eine Erwärmung von dreieinhalb bis vier Grad hinaus. Wenn also überhaupt etwas, dann sei es eher noch schlimmer geworden.

Zwei Grad Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit – das ist das langfristige Ziel von Kopenhagen, das aber niemanden zu etwas verpflichtet. Etliche Länder haben seitdem freiwillige
Klimaschutzziele vorgelegt, mit denen diese zwei Grad der UNO zufolge aber nicht zu halten sind.

Bei den Gesprächen geht es um einen Nachfolgevertrag für das so genannte Kyotoabkommen, der den Ausstoß von Treibhausgasen stärker als bisher begrenzen soll.

Nun soll es ein neuer Klimagipfel in Mexiko Ende des Jahres richten. Bisher ist aber unklar, auf welcher Grundlage überhaupt weiterverhandelt werden soll – und ob das wenige in Kopenhagen Erreichte noch eine Rolle spielen wird. Für viele geht
es nach den schweren Zerwürfnissen von Kopenhagen einfach nur darum, wieder Vertrauen herzustellen.