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Komplott-Vorwurf gegen Emergency

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Komplott-Vorwurf gegen Emergency

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In Südafghanistan wurden drei italienische Mitarbeiter der Hilfsorganisation Emergency festgenommen. In einem Krankenhaus in Lashkar-Gah hatten sich der Arzt, der Krankenpfleger und der Verwaltungsmitarbeiter um Kriegsopfer gekümmert. Seit gestern wird ihnen und sechs afghanischen Mitarbeitern des von Italienern geleiteten Krankenhauses vorgeworfen, mit Hilfe der Taliban ein Attentat gegen den Gouverneur der südafghanischen Provinz Helmand geplant zu haben. Zwei Sprengwesten, Granaten und Bomben wurden in dem Krankenhaus gefunden.

“Ich bin geschockt über das, was hier passiert ist. Das ist eine Kriegserklärung an das Krankenhaus, ein Präventivkrieg. Denn wir sind unangenehme Augenzeugen”,

wies Emergency-Gründer Gino Strada die Vorwürfe zurück. Die Nichtregierungsorganisation Emergency ist für ihre Unabhängigkeit bekannt. Nun wird ihr ein Komplott mit afghanischen Taliban vorgeworfen, die das Projekt finanziert haben sollen. Viele Afghanen in den Provinz Helmand reagierten mit Empörung. Sie protestierten gegen die in ihrer Provinz stationierten italienischen Truppen.

“Wir fordern die Regierung und das Parlament zum Rückzug aller italienischen Truppen auf, denn sie stehen hinter gewaltsamen Aktionen, die gegen unsere Regierung gerichtet sind”, forderte ein Demonstrant.

Die italienische Regierung reagierte auf die Vorwürfe und sagte, Emergency hätte nicht in ihrem Auftrag gehandelt. Die Verdächtigen werden bereits verhört, teilte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums mit.