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Polen trauern nach Flugzeugunglück

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Polen trauern nach Flugzeugunglück

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Auch heute ist es schon den ganzen Tag über wieder
das gleiche Bild – ein Blumenmeer und viele Polen, die vor dem Präsidentensitz ihre Trauer zeigen.

“Ich habe es im Radio gehört”, erzählt ein Mann hier; “es war ein Schock, weil so viele umgekommen
sind: der Präsident, seine Frau, so viele Abgeordnete und viele, die für uns wichtig waren.”

“Politisch wird es uns nicht treffen”, meint ein anderer; “das Land ist gut organisiert, wir haben eine Verfassung, das läuft schon. Wirtschaftlich und
politisch ist das Land stabil; aber trotzdem ist das
für uns alle schwer.”

“Unser Präsident hat einen großen Fehler gemacht”, sagt ein weiterer Mann; “er ist in eine Tupolew eingestiegen, die schon vor zwei Jahren einen Unfall
hatte und dann repariert wurde, statt für die Regierung ein neues Flugzeug zu kaufen.”

“Verfluchtes Katyn”, heißt es hier auf der Titelseite: Auf vielen Zeitungsseiten führt eine kostenlose Sonderausgabe den Polen noch einmal vors Auge, was da eigentlich passiert war – und in welchem Ausmaß.

Auch in den Gottesdiensten wird an die Toten erinnert – wie bei einer Messe in Łagiewniki, einer der wichtigsten polnischen Wallfahrtsstätten in Krakau.

Und: Trauer zeigen auch viele Russen. Zum Zeichen des Gedenkens sind sie zur polnischen Botschaft in Moskau gekommen, um hier am Zaun ebenfalls
Blumen und Lichter zu hinterlassen.