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Wahlen nach langem Bürgerkrieg im Sudan

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Wahlen nach langem Bürgerkrieg im Sudan

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Omar Baschir muss keine Gegner fürchten, jedenfalls nicht bei dieser Wahl. Die aussichtsreicheren Bewerber um das Präsidentenamt
im Sudan haben sich schon vor einiger Zeit
zurückgezogen: Baschir wird damit Staatsoberhaupt bleiben.

Dass im Sudan nach langem Bürgerkrieg aber überhaupt gewählt wird, ist schon ein Erfolg. Drei Tage lang wird über Präsident, Parlament und anderes abgestimmt, auch im teilautonomen Süden.
Dessen Präsident Salva Kiir sagt, noch nie in seinem
Leben habe er gewählt. Es sei das erste Mal, und es
sei ein guter Anfang für die Rückkehr des Sudan zur Demokratie.

Die Wahlen werden von internationalen Bobachtern
überwacht, unter ihnen Amerikas früherer Präsident Jimmy Carter. Alle Parteien, sagt er, wollten einen friedlichen Übergang und Frieden im Land – auch diejenigen, die sich zurückgezogen hätten. Keine Partei drohe mit irgendeiner Art von Störung, Gewalt oder Einschüchterung von Wählern.

Allerdings hatten Opposition und Menschenrechtler schon vor der Wahl vieles einzuwenden – daher auch
der Boykott. Das Ergebnis wird es voraussichtlich in einer Woche geben. Die nächste Wahl steht schon bevor: Im kommenden Jahr will der Südsudan über seine Unabhängigkeit vom Norden abstimmen.