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Jobbik offen rassistisch

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Jobbik offen rassistisch

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Eine Arbeitslosenquote von 11 Prozent, eine Inflationsrate von fast 6 Prozent, Korruptionsskandale, Wirtschaftskrise – das Ergebnis: Gut 17 Prozent der ungarischen Wähler haben sich für die rechtsextreme Jobbik, das heisst “Die Besseren”, entschieden. “Die Besseren” sind offen fremdenfeindlich, rassistisch, anti-semitisch und hetzen gegen die Roma-Gemeinschaft im Land. Ihr Anführer, der 31-jährige Gabor Vona, hat angekündigt, dass er zu seiner Vereidigung als Parlamentsabgeordneter in der Uniform der verbotenen paramilitärischen Formation “Ungarische Garde” erscheinen will.

“Ich bin Rassist”, sagt ein Jobbik-Anhänger. “Na und? Warum muss ich diejenigen mögen, die meine Feinde sind?” Es ist das erste Mal seit dem Faschismus, dass die Rechtsextremen ins ungarische Parlament einziehen. Viele Beobachter sehen darin eine Gefahr für die ungarische Demokratie. Die Hetzparolen der “Besseren” haben dazu beigetragen, dass in den vergangenen zwei Jahren in Ungarn mindestens sechs Roma ermordet wurden. Die Partei tritt für einen starken, ständisch organisierten Staat ein und will multinationale Konzerne sowie private Fernsehsender aus dem Land verbannen.