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Polen und Russland rücken zusammen

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Polen und Russland rücken zusammen

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Gemeinsam trauern sie um Lech Kaczynski und gemeinsam arbeiten sie an der Aufklärung des tragischen Flugzeugabsturzes, der Polens Staatspräsident am Samstag das Leben kostete. Auch die 95 weiteren Insassen, darunter Kaczynskis Ehefrau sowie zahlreiche Vertreter der politischen und militärischen Führungsriege Polens überlebten den Absturz nicht.

Sie waren auf dem Weg von Warschau nach Smolensk. Im nahegelegenen Katyn wollten sie an der Gedenkfeier der vom sowjetischen Geheimdienst ermordeten polnischen Soldaten und Zivilisten im Frühjahr 1940 teilnehmen. Eine Geste der Annäherung, die Russlands Machthaber seit dem Absturz untermauern. Ihre Zusammenarbeit mit Polen bei den Ermittlungen über die Unglücksursachen gilt als vorbildlich.

“Wir trauern mit den Polen. Selbstverständlich tun wir unser Bestes, um diese Tragödie aufzuklären. Unvoreingenommen und unparteiisch. Alle Gründe für diese Katastrophe werden aufgedeckt werden,”

versicherte Russlands Regierungschef Wladimir Putin. Auch Präsident Medwedew ist um größtmögliche Transparenz bei den Untersuchungen bemüht. Er hatte sich überraschend bewegt gezeigt durch die Ereignisse. In einer Fernsehansprache hatte er den Polen sein Beileid ausgesprochen. In der polnischen Botschaft in Moskau legte er Blumen für seinen polnischen Amtskollegen nieder und trug sich in das Kondolenzbuch ein. Die Flaggen wehen auch in Russland auf Halbmast. Die Zeichen sind deutlich: die Nachbarstaaten Polen und Russland rücken nach der Flugzeugkatastrophe zusammen.