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Chinesen nehmen Ölsand ins Visier

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Chinesen nehmen Ölsand ins Visier

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Der chinesische Staatskonzern Sinopec will in das Ölsand-Geschäft in Kanada investieren. In Alberta fördert das kanadische Unternehmen Syncrude den begehrten Ölsand. Neun Prozent an dem Projekt hält der US-Energiekonzern ConocoPhillips – und diese neun Prozent übernimmt nun Sinopec für umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro. Der Deal muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden und soll im dritten Quartal zum Abschluss kommen. Erst wenige Wochen zuvor war Sinopec in das angolanische Ölgeschäft eingestiegen.

Wegen der riesigen Ölsandlager in Kanada gelten die Ölvorkommen im Land als die zweitgrößten der Welt, hinter jenen Saudi-Arabiens. Sie umfassen rund 175 Milliarden Barrel. Pro Tag werden derzeit rund 400.000 Barrel gefördert, die Kapazität soll jedoch gesteigert werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein chinesisches Unternehmen in die kanadische Ölsandproduktion einsteigt, aber es ist die bislang größte Investition. Experten sehen darin einen neuen Beweis für den unstillbaren Appetit Chinas auf Energie. Bei Umweltschützern stößt die kostspielige Energiegewinnung aus Ölsand auf heftige Kritik, da sie viel Wasser verbraucht und große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt werden.