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Ein Fernsehsender für den Mittelmeerraum

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Ein Fernsehsender für den Mittelmeerraum

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Anfang April hat die Vereinigung der Rundfunkanstalten im Mittelmeerraum, kurz COPEAM, in Paris getagt. Die 17. COPEAM-Konferenz konzentrierte sich auf die audiovisuellen Belange des Mittelmeerraums, unter dem Motto: “Eine Herausforderung für die Mittelmeerstaaten”. COPEAM-Generalsekretärin Alessandra Paradisi glaubt, dass die Konferenz damit ihrer Zeit weit voraus ist: “COPEAM hat die Notwendigkeit einer neuen, audiovisuellen Generation erkannt, ebenso wie die Anforderungen der Staaten im Mittelmeerraum, die gerade dabei sind, zu multiethnischen Gesellschaften zu werden.”

Seit 2006 nimmt COPEAM an den EU-Konferenzen teil, etwa wenn es um Ausbildungsprogramme für Journalisten im interkulturellen Bereich oder andere relevante Themen geht. “Die EU und COPEAM ergänzen sich”, meint EU-Kommissarin Androulla Vassiliou. “Ich glaube, gemeinsam können sie ein Klima schaffen, in dem die Politik sich wirklich weiterentwickeln und neue Wege gehen kann.”

COPEAM spielt in den kulturellen Belangen des Mittelmeerraums eine wichtige Rolle. Dieses Jahr hat die Konferenz drei Projekte präsentiert: einen TV-Sender für den Mittelmeerraum, das erste Mittelmeer-Internetportal und eine Universität für audiovisuelle Studiengänge. Der Präsident der Annah-Lindh-Stiftung, André Azoulay, sieht darin hiostorische Projekte: “Ich denke nicht in einem Nord-Süd-Schema, ich denke in einem Mittelmeer-Schema.”

Der TV-Sender für den Mittelmeerraum, der bei der diesjährigen Konferenz angekündigt werden sollte, verspätet sich, aber er ist nähergerückt. Das begrüßt auch Ibrahim Sahin, der Generaldirektor der türkischen Medienanstalt: “Jedes Projekt beginnt mit einem Traum. Vor allem multinationale Projekte brauchen natürlich ihre Zeit, aber wenn alle es befürworten und die Finanzierung gesichert ist, wird es meiner Meinung nach nicht mehr sehr lange dauern.” Nur die Finanzierung macht noch Sorgen, weiß COPEAN-Präsident Emmanuel Hoog: “Um die Ausstrahlung in mindestens drei Sprachen des Mittelmeerraums zu gewährleisten, haben wir verschiedene Finanzierungsmodelle entworfen. Die niedrigste Schätzung liegt bei 20 Millionen Euro, die höchste bei 70 Millionen. Die genaue Summe hängt von der Zahl der Sprachen und der Sendequalität ab.”

Im Januar stellte eine COPEAM-Delegation den Vertretern der Mediterranunion in Brüssel das Projekt eines euro-mediterranen Fernsehsenders vor. Im Juni treffen die mediterranen Staaten in Barcelona erneut zusammen – möglicherweise wird das Projekt dann angekündigt. Am Beginn des Projekts stand ein Traum. Aber noch warten viele Fragen auf Antworten, bevor ein mediterraner Sender tatsächlich seine Arbeit aufnehmen kann.