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Kunst von KZ-Häftlingen

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Kunst von KZ-Häftlingen

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Die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zeigt in einer Sonderausstellung Bilder, die von Überlebenden des Holocaust gemalt wurden.

Die Kunstwerke zeigen den täglichen Horror der KZ-Gefangenen und gemahnen der sechs Millionen im Dritten Reich getöteten Juden.

Die Erlebnisse in den Konzentrationslagern gelten aus unbeschreiblich – in dieser Ausstellung allerdings wird das Unbeschreibliche in Bilder gefasst. Die Kuratorin der Schau erläutert deren Konzept:

“Was die Häftlinge erlebt haben, war ihre Realität und somit haben sie auch das Recht und die Motivation, ihrer Erinnerung bildlich Ausdruck zu verleihen. Wir, die nicht dort waren, haben das Geschehene zum Unbeschreiblichen erklärt. Doch man kann es beschreiben – und das in sehr lebhaften Farben.”

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg entbrannte eine Diskussion darüber, ob der Holocaust überhaupt Gegenstand der Kunst sein darf. Doch einige Überlebende sahen keinen anderen Ausweg, als ihr Leid mittels der Malerei auszudrücken. In Yad Vashem sind 300 dieser Arbeiten aus den letzten 50 Jahren erhalten geblieben.

Der 79jährige Raul Teitelbaum hat die Haft im Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebt. Er malte eines der Bilder:

“Ich denke an einen mir sehr vertrauten Moment im Lager. Es ist der Moment, in dem wir unsere tägliche Ration Brot bekamen. Und jeder von uns hat es vor den anderen versteckt. Diesen Moment wollte ich zeigen.”

Die Ausstellung “Virtues of Memory” ist in der Gedenkstätte Yad Vashem noch bis zum April nächsten Jahres zu sehen.