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Neuartiges Windrad entwickelt

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Neuartiges Windrad entwickelt

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“Das Wasser kommt vom Himmel. Das ist das Wasser vom Himmel”, ruft Marc Parent aus Sainte Tulle aus der Provence. Er ist der Erfinder einer Windkraftanlage, die aus Luftfeuchtigkeit wertvolles Wasser gewinnt.

Der Ingenieur erklärt die Vorzüge seiner Maschine:

“Diese Installation ist eine mehrfach einsetzbare Maschine, weil sie isoliert lebenden Einwohnern gleichzeitig Wasser und Elektroenergie liefert. Heute weht ein Wind mit etwa sieben bis acht Meter pro Sekunde. Mit der sehr geringen Luftfeuchtigkeit in der Provence ergibt das 30 bis 40 Liter Wasser pro Tag. Das gilt für die kleineren Modelle.”

Monsieur Parent hatte die Idee, als er in der Karibik lebte, auf den Französischen Antillen. Aus seiner heimischen Klimaanlage gewann er Wasser für den Hausgebrauch. Das damalige Modell funktioniert prinzipiell wie der aktuelle Prototyp:

Mittels seiner Drehbewegung erzeugt das Windrad Elektrizität. Diese betreibt ein Kühlaggregat, das die Feuchtigkeit der Luft kondensieren lässt. Ein Ventilator drückt die Luft in die Kondensations- kammer. Das gewonnene Wasser läuft in einen Auffangbehälter. Und falls der Wind abflaut, versorgen Solarzellen die Kühlung mit Strom.

Sobald der Prototyp ausgereift ist, soll er in einer leistungsstärkeren Version auf den Markt kommen.

Die Installation eröffnet Ländern mit Wassermangel neue Möglichkeiten. Davon abhalten könnten diese Länder die hohen Investitionskosten von 100.000 Euro pro Windrad. Ebenfalls ist das gewonnene Wasser mineralarm und kann ohne Zusätze nur kurzfristig als Trinkwasser genutzt werden.