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Wer Fussball spielt ist gut gerüstet für das Leben

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Wer Fussball spielt ist gut gerüstet für das Leben

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Für manche ist Fussball einfach nur ein Spiel, doch hier in der Mahlasedi Masana Grundschule im Township Mamelodi, in der Nähe von Pretoria, ist es sehr viel mehr als das. Ein Erziehungsprogramm wurde ins Leben gerufen, das sich die Fussballbegeisterung zunutze macht, um armen, benachteiligten Kindern dabei zu helfen ihr Leben zu meistern, trotz der schlechten und chaotischen Zustände zu Hause.

Der Direktor der Schule Joe Vuma wird täglich mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert:
“Dieses Viertel ist das ärmste des Armenbezirks, viele Eltern unserer Gemeinschaft sind arbeitslos und für die Schule ist es deswegen nicht einfach ihren Bedürfnissen gerecht zu werden.”

Kate Mokoke ist eine der Fussballtrainerinnen des Programms und weiss welche Zustände bei manchen ihrer Schützlinge zu Hause herrschen:
“Ein großes Problem ist der Missbrauch, dem viele Kinder zu Hause ausgesetzt sind. Manche von ihnen werden bereits im Alter von sechs Jahren missbraucht. Hier an der Schule sind viele Kinder betroffen, die Jungen werden sodomisiert und die Mädchen vergewaltigt von Familienangehörigen.”

Von ihrer Kollegin Nosipho Mafu erfahren wir, dass die Kinder bereits viel Verantwortung tragen:
“Sie streiten viel, aber hier beim Straßenfussball können sie Freundschaften schließen und als Team zusammenarbeiten. In manchen Fällen sind diese Kinder Familienoberhäupter, das Mädchen dort hat keine Eltern mehr. Sie muss sich um ihre kleinen Geschwister zu Hause kümmern. Wenn sie erwachsen ist und ohne Geld da steht, dann muss sie sich etwas einfallen lassen.”

Das Jugendfussball-Projekt ist Teil der Deutsch-Südafrikanischen Entwicklungs Zusammenarbeit, es wird unterstützt von der Europäischen Union und wurde von der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, kurz GTZ, eingerichtet. Die Kinder sollen mittels Sport und Kunstunterricht erzogen werden. Joe Vuma ist mit den Ergebnissen sehr zufrieden:
“Es ist ein ganzheitliches Programm, es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Moral und Fähigkeiten, die dem Kind dabei helfen erwachsen zu werden. Wir profitieren sehr von diesem Programm.”

Mabu Maholo Karos ist einer der Musiklehrer, doch er lehrt den Kindern weit mehr als nur Rythmus und Lieder: “Wir bringen ihnen Kunst bei, aber auch andere Sachen, wie Führungsqualitäten und ein Bewusstsein für die Natur und die Gemeinschaft. Wir besprechen mit ihnen Themen, die wichtig für ihre Gemeinschaft und ihr Leben sind.”

Die Schule Mahlasedi Masana bietet den Kindern einen positiven Ausgleich an, das Rezept geht auf.

Die Trainerin Kate ist stolz auf die Ergebnisse, beklagt jedoch, dass es für manche Vorhaben an Geld fehlt:
“Was hier geschieht ist ein Erfolg, aber wir haben noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, insbesondere, wenn wir ein Ligaspiel haben. Denn dann müssen wir eine Strecke zurücklegen, um zu den anderen Schulen zu gelangen und manchmal haben wir kein Geld für die Reise, aber wir versuchen es.”

Portia, eine der Jugendlichen, ist mit vollem Elan auf dem Fussballfeld dabei: “Es bereitet mir Freude mit den Kindern zu spielen. Es ist schön ihnen zuzusehen, sie haben Spass und lachen, ich mag es nicht, wenn andere Kinder traurig sind.”