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Proteste gegen Kaczynski-Beisetzung

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Proteste gegen Kaczynski-Beisetzung

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In Krakau haben mehr als 2000 Menschen gegen das Begräbnis des verunglückten polnischen Präsidenten Lech Kaczynski auf der Wawel-Burg demonstriert. Nach ihrer Auffassung gibt es keinen Grund, dass er die letzte Ruhe dort zwischen Polens Königen finden soll. Der zu Lebzeiten sehr
umstrittene nationalkonservative Politiker habe sich diesen Platz nicht verdient, meinten die Demonstranten. Die Schauspielerin Dorota Stalinska bezeichnete die Wawel-Burg als Ort, an dem Polens Könige begraben würden. Ob es genügend Gründe dafür gebe, dass Kaczynski wie ein König in die Geschichtsbücher eingehen werde? Es sei Polens Geschichte, niemand habe das Volk gefragt. Der weltbekannte Film-Regisseur Andrzej Wajda warnte angesichts der Proteste vor einer Spaltung der Nation. Unterdessen trafen auch die sterblichen Überreste weiterer Opfer des Flugeugabsturzes vom vergangenen Samstag in Warschau ein. Vor den Särgen Lech Kaczynskis und seiner Frau Maria bildeten sich auch am Mittwoch wieder lange Schlangen. Parlamentschef Bronislaw Komorowski, der die Geschäfte des Staatspräsidenten übernommen hat, will den Termin der vorgezogenen Präsidentenwahl erst am 21. April bekanntgeben. Um die Verschiebung hätten die Parlamentsfraktionen der Linken sowie der nationalkonservativen Partei “Recht und Gerechtigkeit” ersucht, sagte Komorowski.