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Streit um Kaczynskis letzte Ruhestätte

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Streit um Kaczynskis letzte Ruhestätte

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In Krakau haben mehr als 2000 Menschen gegen die geplante Beisetzung des Präsidentenpaares in der Kathedrale auf der Wawel-Burg protestiert. Es sei unangemessen den Politiker neben den Königen zur letzten Ruhe zu betten, er habe sich diese Ehre zu Lebzeiten nicht verdient. Der Biograph der Kaczynski-Brüder ist nicht überrascht:

“Lech Kaczynski wurde von manchen Menschen gehasst und er war ein Kämpfer, es ist also ganz normal, dass es jetzt einen Streit gibt, aber die Entscheidung wurde nicht von der Familie, sondern vielmehr von der Kirche gefällt.”

Der ehemalige Präsident und die First Lady sollen am Sonntag in einem Alabastersarg in einer Krypta auf der Wawel-Burg beigesetzt werden.

Zu der Trauerfeier werden Delegationen aus 70 Staaten erwartet. Eine Änderung der Grabstätte ist jedoch nicht ausgeschlossen:

“Er wird vielleicht in Krakau beigesetzt, aber meiner Ansicht nach wäre der alte Powazki-Friedhof in Warschau der beste Platz, denn Lech Kaczynski war der Bürgermeister von Warschau, er liebte diese Hauptstadt, und diese Liebe wurde von der Stadt erwidert.”

Auch heute warteten Menschen wieder stundenlang um Kaczynski und seiner Frau Maria die letzte Ehre zu erweisen.

Beim Flugzeugabsturz in Smolensk waren außer dem Präsidentenpaar 95 weitere Spitzenpolitiker, Geistliche, Militärs und Staatsbeamte ums Leben gekommen.