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5 Jahre Pontifikat Benedikt XVI

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5 Jahre Pontifikat Benedikt XVI

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Päpste treten ihr Amt zumeist erst im höheren Lebensalter an. Da sind 5 Jahre im Vatikan dann schon eine Zeit zum Bilanz ziehen. Zumal wenn ein von Herkunft, Ausstrahlung und Wirkung so ganz anderer Pontifex auf ein Kirchenoberhaupt folgt, dass schon bei Amtsantritt das Attribut “historisch” mitgekam. So wie bei Johannes Paul II. der Fall war.

Wer diesen Unterschied anmerkt, sollte auch dem veränderten Zeitenlauf Tribut zollen. Als der deutsche Theologieprofessor die Führung der katholischen Kirche übernahm, war der ein jahrzehntelang bekämpfter Gegner abhanden gekommen: Staatlich-kommunistisch verordneter Atheismus spielt zur Amtszeit von Benedikt XVI keine Rolle mehr.

Dafür ist nun der Islam als neues Problem aufgetaucht. Man erinnere sich an die berühmte Rede anläßlich des Deutschlandbesuches des Papstes in Regensburg. Da sagte er u.a.:

“…zeige mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.”

So sprach es der deutsche Professor auf dem Papststuhl – und bekam einen Proteststurm aus islamischen Kreisen als Antwort. Gelöst ist dieses Problem noch lange nicht.

Auch mit einer anderen Weltrelegion, gewissermaßen der älteren Schwester des Christentums, sind noch nicht alle Probleme ausgeräumt. Ein demutsvoller Besuch in Auschwitz war das eine. Das andere war das Bestreben, Pius XII. selig sprechen zu wollen, jenen Papst, der in seinem Verhältnis zu den zur Nazi-Zeit verfolgten Juden höflich ausgedrückt “umstrittenen” ist.

Dass dieser Joseph Ratzinger ein konservativer Katholik ist, war bekannt. Ebenso seine Haltung zur Sexualität. Aus Anlaß seiner Afrikareise verkündete er: “ Das Aids-Problem kann nicht durch die Verteilung von Präservativen gelöst werden: im Gegenteil, dadurch wird es verstärkt.”

Sexualität und der Umgang damit – das scheint sich geradezu zum Fluch dieses Pontifikats zu entwickeln. Robert Moynihan vom Magazin “Inside the Vatican”, ein profunder Vatikan-Kenner, meint, das gesamte Vermächtnis des Papstes werde nun möglicherweise durch die Brille seiner Reaktion auf die Mißbrauchsvorwürfe gesehen.

Zu Ostern trug der Pontifex, wie es Brauch ist, das Holzkreuz durch die Stadt. Zur Erinnerung an den letzten Gang Jesu.

Dieses Bild passt schon recht gut zur Bilanz von Benediks erst 5 Amtsjahren: Dieser Papst hat wahrlich sein Kreuz zu tragen!