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Artenvielfalt in Gefahr

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Artenvielfalt in Gefahr

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Im Jahr 2001 hatte die EU beschlossen, den Rückgang der Artenvielfalt auf dem Kontinent bis 2010 zu bremsen. Aber trotz der gemeinsamen Anstrengungen wurde dieses Ziel nicht erreicht.

Was genau versteht man eigentlich unter dem Begriff “Artenvielfalt”? Gemeint ist die Natur in all ihren Ausformungen und mit all ihren lebenden Organismen, also die Gesamtheit des Ökosystems, nicht nur Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen, sondern auch deren Gene und ihre Verbindungen. Diese biologische Vielfalt geht immer weiter zurück. Auf dem europäischen Kontinent sind 42 Prozent der Säugetiere bedroht, 15 Prozent der Vögel und 52 Prozent der Süßwasserfische. Rund 1000 Pflanzenarten sind in akuter Gefahr, ganz zu verschwinden. Die Gründe liegen in der Zerstörung ihrer natürlichen Umgebung durch den Menschen – durch Urbanisation, Fischerei oder Landwirtschaft – oder auch durch den Klimawandel.

Daher wurde Natura 2000 geschaffen, ein Naturschutzgebiet, das derzeit 17 Prozent der Fläche der Europäischen Union umfasst. Dies sind Bilder aus dem Gebiet Luitemaa in Estland, einem gelungenen Beispiel dafür, was die Politik erreichen kann. Aber wirtschaftliche Interessen gehen oft vor den Schutz der Natur. Im vergangenen März misslang der Versuch der EU, den Handel mit dem roten Thunfisch international verbieten zu lassen. Der Fisch ist bei Gourmets vor allem in Form von Sashimi und Sushi beliebt.

Trotzdem bleiben Ökologie und Artenvielfalt ein Thema. “Biodiversität – das geht uns alle an” lautet das Motto einer Informationskampagne, die am 9. April in Brüssel lanciert wurde. Das Ziel: die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit zu sensibilisieren, die Natur, von der wir alle abhängen, zu respektieren. Laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage haben 34 Prozent der befragten Europäer noch nie von Artenvielfalt gehört.