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Hardliner wird Präsident Nordzyperns

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Hardliner wird Präsident Nordzyperns

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Nach dem Sieg des Hardliners Dervis Eroglu bei der Präsidentenwahl im türkischen Teil Zyperns haben die EU und die Türkei verlangt, die Verhandlungen zur Wiedervereinigung der Insel fortzusetzen. Der 72-jährige Arzt hatte laut amtlichem Endergebnis 50,4 Prozent der Stimmen erhalten, der bisherige Amtsinhaber Mehmet Ali Talat nur 42,3 Prozent.

Ein Sprecher der griechisch-zypriotischen Regierung sagte: “Eroglu hat eine konstante Meinung: gegen eine Föderation, für zwei unabhängige Staaten. Da werden erhebliche Probleme in den Verhandlungen entstehen.”

Die Türkei ist der einzige Staat, der die Türkische Republik Nordzypern anerkennt, sowie militärisch und finanziell unterstützt. Doch der Konflikt ist ein Haupthindernis auf dem Weg Ankaras in die EU. Daher der Appell des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan: Der neue Präsident solle den Friedensprozess fortführen. Die sei die Position der türkischen Garantiemacht.

Eine Bundesrepublik mit zwei Ländern hatten die Verhandlungen zum Ziel, die 2008 aufgenommen worden waren unter Führung der Vereinten Nationen. Eroglu aber will bislang zwei souveräne Staaten. Nun könnte womöglich eine internationale Konferenz einberufen werden, spekulierten südzypriotische Medien.

Der Konflikt geht auf einen griechischen Putsch vor mehr als 35 Jahren zurück. Einen Friedensplan der Vereinten Nationen lehnten die griechischen Zyprern 2004 ab, kurz darauf traten sie de facto allein der Europäischen Union bei.