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Medwedew hofft auf Annäherung an Polen

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Medwedew hofft auf Annäherung an Polen

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Bedeutendster Gast bei der Beisetzung von Lech Kaczynski war der russische Präsident Dmitri Medwedew. Er erhofft sich von seiner Teilnahme eine Verbesserung der polnisch-russischen Beziehungen, wie er im russischen Staatsfernsehen erklärte. Das bilaterale Verhältnis gilt als schwierig, und auch der verunglückte polnische Präsident hatte nicht den Ruf, ein enger Freund Russlands zu sein.

Aber, so Medwedew: “Tragödien können das Verhältnis vergiften, doch im Fall der polnisch-russischen Beziehungen hoffe ich, dass die Tragödie des Absturzes in Smolensk unsere Länder einander näherbringt.”

Der polnische Interimspräsident Bronislaw Komorowski hofft auf Moskaus Hilfe zur weiteren Aufklärung des Massakers von Katyn 1940, zu dessen Gedenkfeier Kaczynski gefahren war.

Medwedew räumte ein: “Die Tragödie von Katyn war das Resultat von Verbrechen Stalins und seiner Helfershelfer. Wir brauchen eine zusätzliche, sorgfältige Untersuchung, obwohl wir diese Tragödie bereits viele Male als Verbrechen des Stalin-Regimes bewertet haben.”

Schon die gemeinsame Gedenkveranstaltung der beiden Regierungschefs von Russland und Polen in Katyn kurz vor dem Kaczynski-Flug war als Fortschritt gewertet worden. Das Massaker des sowjetischen Geheimdienstes an mehreren tausend Polen war jahrzehntelang ein Tabu. Erst Michail Gorbatschow gestand offen die Schuld Moskaus ein.