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Missbrauchsopfer: Benedikt XVI zeigt Gefühle

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Missbrauchsopfer: Benedikt XVI zeigt Gefühle

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Heute vor fünf Jahren wurde Joseph Ratzinger zum Papst gewählt. Für Benedikt XVI eine Zeit der Erschütterungen – seine erzkonservativen Ansichten zu Frauen in Kirchenämtern, Homosexuellen oder AIDS-Bekämpfung und sein Zaudern bei einer eindeutigen Stellungnahme gegen Holocaust-Leugner stießen auch unter den 1,2 Milliarden Katholiken auf Unverständnis.
 
In Malta, wo der wichtigste Missionar des Urchristentums Paulus vor bald zwei Jahrtausenden im wahrsten Sinne des Wortes Schiffbruch erlitten hatte, brachte der deutsche Professor auf dem Papststuhl einige besonders zweifelnde Katholiken zum Glauben zurück.
 
Außerplanmäßig und hinter verschlossenen Türen einer Kapelle traf er acht Männer, heute 30 bis 40 Jahre alt, die einst in einem katholischen Waisenhaus sexuell missbraucht worden waren.
 
Lawrence Grech: “Er sagte, er werde für mich beten, weil ich die Kraft hatte meine Geschichte zu erzählen. Endlich Gerechtigkeit. Jetzt habe ich den Papst getroffen und ich hoffe, dass diese Erfahrung mein Leben verändert. Dass ich zu meiner Tochter sagen kann: Ich glaube wieder.”
 
Unter Tränen hatte das Oberhaupt der Katholischen Kirche die Missbrauchsopfer um Verzeihung gebeten – ein hoch emotionaler Moment.
 
Ausserdem forderte der Papst Malta zu einer offenen Politik gegenüber Immigranten auf.
 
Übers Wasser ging Benedikt anschließend zwar nicht. Aber er flog von Malta nach Rom – unbehelligt vom Schwefelgestank über Europa - und hatte den Himmel nahezu exklusiv für sich.