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Neuauszählung könnte irakisches Wahlergebnis verändern

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Neuauszählung könnte irakisches Wahlergebnis verändern

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Sechs Wochen nach den Parlamentswahlen im Irak könnte sich das Ergebnis nun noch ändern: Ein Kollegium hat die Neuauszählung der Stimmen aus Bagdad angeordnet. Das landesweite Wahlergebnis war denkbar knapp ausgefallen – und da in der Hauptstadt 68 Parlamentssitze vergeben werden, ist der Ausgang der Neuauszählung durchaus spannend.

Beobachter erwarten, dass der bisherige Wahlverlierer, Regierungschef Nuri al-Maliki, profitieren könnte. Sein Lager war es auch, das die Neuauszählung gefordert hatte. Derzeit hat al-Malikis “Rechtsstaatsallianz” nur zwei Sitze Rückstand auf die Oppositionsgruppierung von Ijad Allawi. Dessen schiitisch-sunnitisches Bündnis “Irakija” hatte sich am Wahltag ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Rechtsstaatsallianz geliefert.

Möglicherweise vereinfacht die Neuauszählung die Regierungsbildung, denn die würde sich nach gegenwärtigem Stand schwierig gestalten. Zwar könnten al-Maliki und Alawi eine Koalition bilden – aber die beiden sind erklärte Feinde. Al-Maliki kritisiert Alawis Nähe zum Iran, Alawi sieht in al-Maliki einen Agenten der Baath-Partei von Saddam Hussein.