Eilmeldung

Eilmeldung

Belgien - historisch gesehen

Sie lesen gerade:

Belgien - historisch gesehen

Schriftgrösse Aa Aa

Was ist typisch für Belgien? Die Mehrsprachigkeit.
Was ist das größte Problem in Belgien? Das Sprachenproblem.

Genaue Zahlen für die Verteilung der Belgier nach Sprachen wurden zuletzt für die Festlegung der Sprachgrenzen 1962 erhoben.

Aus den aktuellen Streitereien kann man nur entnehmen, dass sich da seither einiges verschoben haben muss.

Der Sprachenstreit hat einen schwerwiegenden ökonomischen und sozialen Hintergrund.
Das Nationaleinkommen wird zu zwei Dritteln im flämischen Norden erwirtschaftet, der mit einen “Solidarbeitrag” den unter dem Niedergang der Kohle- und Stahlindustrie leidenden wallonischen Teil stützen muss.

Die kleine deutschsprachige gemeinschaft im Osten des Landes ist zwar gleichberechtigt in allen Gremien vertreten, spielt aber kaum eine Rolle.

Das geht schon eine Weile so, wie man den historischen Bildern entnehmen kann.
Um Brüssel herum tragen die gutverdienenden EU-
Beamten, die überweigend Französisch sprechen, zum Anheizen des Streits bei.

Den belgischen Staat gibt es seit 1830. Der Name geht auf das römische “Belgica” zurück. Belgien ist eine der Spätfolgen des Wiener Kongresses, auf dem nach der Niederlage Napoleons Europa neu aufgeteilt wurde. Zerissen im Streit von Anfang an.
Mal wurden die francophonen Studenten von der katholischen Universität in Löwen vertrieben.
Das war ausgerechnet 1968, als anderswo Studenten progressive Gedanken entwickelten.

Erst 40 Jahre später war in Belgien auch ein Streben nach Gemeinsamkeit zu spüren.
Kein Wunder also, dass hier die Regierungen manchmal schneller wechseln als die Politiker ihre Hemden. 26 waren es seit Ende des II. Weltkrieges.
Nehmen wir nur die 4 letzten – Verhoftstadt schaffte immerhin noch 9 Jahre.
Dann kam LETERME mit 3 Monaten der versuchten Regierungsbildung. Der heutige EU-Boß Van Rompuy schaffte ein knappes Jahr,
seit November 2009 versuchte es wieder Yves Leterme.
Schlußfolgerung??? Mehr als schwierig.
Die wirtschaftlichen und sozialen Ursachen des Konfliktes verschwinden eben nicht von allein.