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Belgiens Regierung zerbricht an Sprachenstreit

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Belgiens Regierung zerbricht an Sprachenstreit

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Flanderns Hymne erklingt im belgischen Parlament: Die flämischen Nationalisten machen so ihre Haltung klar – jetzt, da Belgiens Regierung wegen des Sprachenstreits erneut zerbrochen ist.

Keine fünf Monate war diese Regierung im Amt: Jetzt hat Open VLD – das sind die flämischen Liberalen – die Geduld verloren.

Es geht um Brüssel-Halle-Vilvoorde, den Wahlkreis aus der Hauptstadt und ihrem Umland. In diesem flämischen Umland wohnen inzwischen viele Französischsprechende aus Brüssel: reichlich Stoff für flämische Ängste. Eine Kommission sollte bis Ostern eine Lösung finden, kann aber noch kein Ergebnis vorweisen.

Nach dem Bruch der Koalition hat Regierungschef Yves Leterme jetzt den Rücktritt eingereicht, der König lehnt allerdings bisher ab.

Wie es weitergeht, ist offen: Die Regierung hätte im
Parlament noch eine hauchdünne Mehrheit, bestünde dann aber aus drei wallonischen und nur noch einer flämischen Partei. Oder es gäbe Neuwahlen samt einer in Belgien für gewöhnlich
langwierigen Regierungsbildung – und das gerade, wenn Belgien in gut zwei Monaten den Ratsvorsitz in der EU übernimmt.

Fürs erste laufen die Krisengespräche weiter: Heute empfängt der König weitere Parteivorsitzende.