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Britische Fernsehdebatte: Kein klarer Sieger

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Britische Fernsehdebatte: Kein klarer Sieger

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Mehr Klarheit hat wohl auch die zweite Fernsehdebatte vor der britischen Parlamentswahl nicht gebracht. Blitzumfragen sehen einmal den Konservativen David Cameron etwas vorne, einmal Nick Clegg, den Liberaldemokraten. Die Abstände zwischen allen drei Spitzenkandidaten waren aber gering. Clegg hatte überraschend die erste der insgesamt drei Debatten klar für sich entschieden.

Diesmal ging es um Themen wie Außenpolitik, Verteidigung oder Europa. Cameron wirft den anderen zum Beispiel Heuchelei vor, weil sie den Wählern versprächen, in der EU die britischen Interessen zu verteidigen. Dann aber würden sie nach Brüssel fahren und dort genau das Gegenteil tun. Die Konservativen würden das anders machen, verspricht Cameron.

Worauf Clegg den Tories ihren Fraktionswechsel im Europaparlament vorhält: weg von den anderen großen konservativen Parteien dort, hin zu einer Gruppierung, die Clegg unter anderem einen Haufen Durchgeknallter nennt. Und er stellt an Cameron die
Frage, wie das denn nun Großbritannien helfe. “Man ändert nur etwas”, sagt er, “wenn man mitmacht, nicht wenn man an der Seite steht und meckert.”

An dieser Stelle wirft nun Regierungschef Gordon Brown, der Dritte im Bunde, staatsmännisch ein: Die
beiden erinnerten ihn an seine beiden Jungs, die sich abends beim Baden in die Wolle bekämen.

Gewählt wird in knapp zwei Wochen. Die Tories haben ihren großen Vorsprung in den Umfragen weitgehend wieder verloren; Browns Labourpartei ist
aber von einstiger Stärke weit entfernt. Zum ersten Mal seit langem hätte vielleicht keine Partei alleine die Mehrheit: Den Ausschlag gäbe dann Clegg mit seinen Liberaldemokraten.