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Erstmals Klage gegen Benedikt 16

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Erstmals Klage gegen Benedikt 16

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Im Zusammenhang mit den Missbrauchsskandalen ist jetzt erstmals Klage gegen Benedikt den 16. persönlich eingereicht worden. Der amerikanischer Anwalt wirft dem damaligen Kardinal Ratzinger, zu jener Zeit Leiter der Kongregation für die Glaubenslehre, und anderen ranghohen Geistlichen des Vatikans vor, einen amerikanischen Priester trotz Missbrauchsvorwürfen nicht des Amtes enthoben zu haben. Anwalt Jeff Anderson fordert nun vom Vatikan die Offenlegung vertraulicher Dokumente.

“Dies ist der erste Fall, bei dem wir uns direkt und ausschließlich gegen den Vatikan wenden, und der erste, in dem diese Art von Abhilfe verlangt wird”, erklärte Anderson, und betonte, dass es nicht bloß um finanzielle Entschädigung gehe.

Der Vatikan habe 1995 von den Missbrauchsvorwürfen gegen Priester Lawrence Murphy gewusst und nicht reagiert. Murphy werden rund 200 Missbrauchsfälle von den 50er Jahren bis in die 70er Jahre vorgeworfen, er starb Ende der 90er.

Der Vatikan bezeichnete Andersons Klage als reinen Publicity-Coup. Die Lage habe sich verbessert, erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi gegenüber euronews. Doch die Debatte in Europa habe Kirchenkritikern Gelegenheit gegeben, auch in den USA das Thema wieder aufzukochen, wo es längst weitgehend behandelt worden sei.

Anti-Kirchen-Komplott oder Vergangenheitsbewältigung?
Der Reigen geht jedenfalls weiter: In Deutschland bot jetzt Bischof Mixa nach Misshandlungsvorwürfen seinen Rücktritt an. Zeitgleich nahm der Papst das Rücktrittsgesuch eines irischen Bischofs im Zusammenhang mit Pädophilie-Fällen an, und Belgien vermeldet ebenfalls den Rücktritt eines Bischofs.