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Hilfe für Griechenland braucht etwas Zeit

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Hilfe für Griechenland braucht etwas Zeit

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“Es ist eine extreme Notwendigkeit, eine nationale Notwendigkeit.” Mit solch eindringlichen Worten hat der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou seinen Entschluss begründet, finanzielle Hilfen von IWF und EU zu beantragen. In seiner Rede auf einer Ägäis-Insel sagte er außerdem, den Griechen stehe eine neue Odyssee bevor. Für viele Menschen klingt das bedrohlich, auch wenn Papandreou zunächst zu seiner Entscheidung beglückwünscht wurde.

Die Hoffnungen Athens, dass die Märkte positiv auf das griechische Sparpaket reagieren würden, hatten sich nicht erfüllt. Marktbeobachter betonen allerdings, dass Reformen trotzem unausweichlich seien. “Der Rettungsplan wird dem System Liquidität verschaffen”, sagt der Finanzanalyst Vagelis Agapitos, “und das gibt Griechenland etwas Zeit. Trotzdem muss das Land seine Probleme durch strukturelle Reformen lösen.”

Und auch die Aktivierung des Rettungsmechanismus braucht Zeit. Berlin verlangt zuerst ein glaubwürdiges Sparprogramm, das zudem noch vom IWF und der EZB geprüft werden müsse: Kanzlerin Angela Merkel betonte, sofort könnte der Rettungsplan nicht aktiviert werden: “Ich darf aber an dieser Stelle schon sagen, dass es heute nicht möglich ist, sich über Umfang und die genauen Zahlen überhaupt ein Bild zu machen, weil die eigentlichen Verhandlungen immer noch laufen.”

Tatsächlich sieht das Rettungspaket für Griechenland lediglich Kreditgarantien vor. Athen allerdings erwartet erste Gelder vor dem 19. Mai. Dann nämlich steht die Rückzahlung einer griechischen Staatsanleihe in Höhe von 8,5 Milliarden Euro an.