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Papst verklagt von Mißbrauchsopfer

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Papst verklagt von Mißbrauchsopfer

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Im Skandal um Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche der USA hat ein Opfer Papst Benedikt XVI. verklagt.

Der Vorwurf lautet, der Vatikan verschleiere Missbrauchsfälle an einer katholischen Schule für Gehörlose im Bundesstaat Wisconsin.

Mehrere Schüler hatten dort ausgesagt, in den vergangenen Jahrzehnten von einem 1998 verstorbenen Priester sexuell mißbraucht worden zu sein.

Der Vatikan nannte die Klage, die unter anderem Benedikt XVI. beschuldigt, in seiner damaligen Funktion den Priester nicht bestraft zu haben, unberechtigt.

In einem Exklusiv-Interview mit EuroNews äußerte sich der Pressesprecher des Vatikan zur gegenwärtigen Welle von Mißbrauchsfällen.

“Das Problem des Verschweigens oder der Nichtauseinandersetzung mit diesen Themen geht zurück auf eine Zeit der Diskretion, nicht nur innerhalb der Kirche sondern in der Gesellschaft allgemein”, so Vater Federico Lombardi. “Dennoch, die Verantwortung bleibt, und das ist aus heutiger Sicht auch nicht zu bestreiten. Was wir jetzt brauchen, ist Transparenz und Offenheit, und zwar in einer sehr deutlichen Form.”

Im belgischen Brügge ist unterdessen zum ersten Mal ein Bischof wegen sexuellen Mißbrauches zurückgetreten. Der Vatikan akzeptierte die Amtsniederlegung von Roger Vangheluwe, der in einer Erklärung den sexuellen Mißbrauch eines Jungen zugegeben hatte.

In Deutschland versucht seit heute ein Runder Tisch, Strategien gegen Kindesmißbrauch zu entwickeln.

Das Gremium, dessen Vorsitz sich die Ministerinnen für Familie, Biludng und Justiz teilen, will vor allem auch Konzepte zur Vorbeugung erarbeiten.