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Lösen Vulkane Revolutionen aus?

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Lösen Vulkane Revolutionen aus?

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Als ob das tagelange Flugchaos nicht schon gereicht hätte: Ausbrüche wie des isländischen Eyjafjalla-Gletschers könnten auch zu Umbrüchen in der Gesellschaft führen, meinen Historiker.

Einer von ihnen ist Emmanuel Garnier: Er hält eine Verbindung für möglich zwischen der Französischen Revolution 1789 und einem Vulkanausbruch auf Island sechs Jahre zuvor.

Dessen Folgen, wie Dürrezeiten oder Überschwemmungen in ganz Europa, hätten durchaus eine Rolle gespielt, meint Garnier. 1788 habe ein Gewitter alle Anbaugebiete zerstört, von denen der Weizen für Paris kam. Als im Jahr darauf die Revolution losbrach, habe es die ersten Aufstände nicht vor dem Königsschloss in Versailles gegeben, sondern vor den Bäckereien: Das sei kein Zufall gewesen.

Weder bei der Dauer noch bei der Wucht kann sich der jetzige Ausbruch aber mit früheren messen, die tatsächlich zu weitreichenden und jahrelangen Abkühlungen führten. Die inzwischen berüchtigte Aschewolke lag nur einige Kilometer über uns: Um das Klima zu beeinflussen, müsste Asche aber in die Stratosphäre gelangen, die erst in fünfzehn Kilometer Höhe beginnt.