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Pfadfinder: Millionenstrafe wegen Missbrauch

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Pfadfinder: Millionenstrafe wegen Missbrauch

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In einem Missbrauchsprozess im US-Staat Oregon sind die amerikanischen Pfadfinder, Boy Scouts of America, zu Schadensersatzzahlungen von umgerechnet fast 14 Millionen Euro verurteilt worden. Der Kläger, Kerry Lewis, erhält etwa die Hälfte des Geldes, der Rest geht an Opferverbände.

Kerry Lewis war als Kind bei den Pfadfindern mehrfach von einem Betreuer sexuell missbraucht worden. Durch das erlittene Trauma, so die Anwälte des Opfers, sei Lewis drogenabhängig und psychisch krank geworden.

Der Betreuer, Timur D., saß bereits wegen anderer Missbrauchsdelikte im Gefängnis und hat die Übergriffe im Fall Kerry Lewis zugegeben.

Der Pfadfinderorganisation wird vorgeworfen, von dem Missbrauch gewusst und den Betreuer dennoch weiter eingesetzt zu haben.

Das heute 38-jährige Opfer sagte: “Ich habe noch einen langen Weg vor mir, aber dieses Urteil ist ein Anfang.”

Erstmals seit 20 Jahren wurden nun für den Prozess bislang unter Verschluss gehaltene Akten der Pfadfinderorganisation geöffnet, in denen Fälle sexuellen Missbrauchs dokumentiert sind.

Die Boy Scouts of America wurden bereits mehrfach wegen des Missbrauchs von Schutzbefohlenen angeklagt, in den meisten Fällen einigten sich Kläger und Boy Scouts außergerichtlich.