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24 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl

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24 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl

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24 Jahre nach der Katastrophe im ukrainischen Atomreaktor Tschernobyl haben bei Trauerzeremonien in der Ukraine, Russland und Weißrussland tausende Menschen der Opfer gedacht. An einem Mahnmal in Moskau legten Diplomaten aus Weißrussland und der Ukraine Kränze nieder. In der russischen Hauptstadt kamen mehrere hundert Mitglieder der damaligen Rettungskräfte zusammen und gedachten der schätzungsweise 25.000 Helfer, die seinerzeit verstrahlt wurden und an den Spätfolgen des Einsatzes starben. Bei einer Veranstaltung in Tschernobyl sagte der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch, der vor dem Bankrott stehenden früheren Sowjetrepublik fehlten rund 400 Millionen Euro für die weitere Absicherung des Katastrophenreaktors. Denn noch immer bedroht die Strahlung die Menschen in der Region, Experten befürchten einen Einsturz des Sarkophags, der um die Ruine errichtet wurde. Jetzt soll eine neue Schutzhülle gebaut werden, mehr als 100 Meter hoch und 250 Meter breit. Bis 2013 soll das größte bewegliche Gebäude der Welt fertiggestellt sein. Es dürfte mehr als eine Milliarde Euro kosten. Die unmittelbar in der Nähe des Reaktors gelegene Stadt Prypiat ist heute eine Geisterstadt. Sie war seinerzeit der höchsten Strahlenbelastung ausgesetzt, erst nach 30 Stunden wurden die Einwohner mit Bussen in Sicherheit gebracht. Die Katastrophe setzte etwa 500 mal mehr Radioaktivität frei als die US-Atombombe auf das japanische Hiroshima 1945.