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Hamas kämpft mit Trickfilm gegen Israel

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Hamas kämpft mit Trickfilm gegen Israel

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Seit bald vier Jahren ist Gilad Schalit in der Gewalt von Palästinensern: Bewaffnete Kämpfer entführten den israelischen Soldaten im Sommer 2006 in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen.

Für die Palästinenser ist Schalit ein wichtiges Pfand, um im Austausch die Freilassung von Hunderten eigener Kämpfer aus israelischer Haft zu erreichen.

Die Gespräche darüber kommen aber nicht voran: Die Hamasbewegung, die den Gazastreifen beherrscht, versucht jetzt, Israels Haltung mit einem – Trickfilm zu erweichen.

Schalits gealterter Vater ist darin unter anderem zu sehen, der seinem Sohn nachtrauert. Dass der im Sarg zurückkommt, entpuppt sich aber vorerst als böser Traum: Noch ist Hoffnung, verheißt das Video.

Diese Hoffnung gibt es freilich nur, wenn Israel bei den Vorstellungen der Hamas mitmacht. Eine Botschaft nennt es Hamassprecher Fausi Barhum, dass die palästinensischen Bedingungen nicht verhandelbar seien. Auf Zeit zu spielen, damit die Hamas ihre Forderungen herunterschraube und Zugeständnisse mache, werde danebengehen.

Israel gibt seinerseits der Hamas die Schuld dafür, dass es in den Verhandlungen über den schon lange geplanten Gefangenenaustausch nicht vorangeht. Die Regierung spricht von einem schändlichen Film, der den Schmerz der Familie Schalit ausnutze.

Die Hamas solle aufhören, mit Menschen zu spielen, sagt Schimschon Liebman, ein Vertreter des Vereins zur Freilassung Schalits. Stattdessen solle sie die richtige Entscheidung treffen, dann bekomme sie auch Hunderte von Gefangenen zurück.

Mit neunzehn wurde Gilad Schalit verschleppt, jetzt ist er 23. Wie lange er noch ein Gefangener bleibt, ist auch nach der Hamas-Mahnung weiter offen.