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Belgiens König nimmt Letermes Rücktritt an

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Belgiens König nimmt Letermes Rücktritt an

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Dass im belgischen Parlament Flanderns Hymne erklang, dargeboten von flämischen Nationalisten – das war in der ganzen Krise drumherum nur noch das Tüpfelchen auf dem I.

Der Streit zwischen Flamen und Wallonen hat Yves Leterme und seine Regierung zu Fall gebracht. Es ist der Streit zwischen der reicheren Landeshälfte, in der niederländisch gesprochen wird, und der ärmeren, französischsprachigen Hälfte.

Alle Gespräche und Vermittlungsversuche der letzten Tage sind gescheitert; Belgiens König hat Letermes Rücktrittsgesuch deshalb jetzt angenommen.

“Vielleicht kann man ja mal raus aus dem üblichen Muster”, sagt diese Frau in Brüssel. “Man müsste sich mal was anderes einfallen lassen. Aber ich glaube an Konsens und Kompromiss, wie sie in Belgien eben üblich sind. Ein schneller Kompromiss wäre schön.”

Eine der Flamenparteien, die liberale Open VLD, hatte letzte Woche die Regierung verlassen – wegen des ungelösten Sprachenstreits, der sich seit langem auf das flämische Umland der Hauptstadt Brüssel konzentriert.

Hier, in dem Gebiet Brüssel-Halle-Vilvoorde oder kurz BHV, haben sich viele Französischsprachige aus der Hauptstadt angesiedelt und genießen dort zum Teil Sonderrechte: Auf diesem Grund gedeihen reichlich flämische Ängste.

Jetzt wird es wohl eine Neuwahl geben, samt der in Belgien immer langwierigen Regierungsbildung – und all das, kurz bevor das Land im Juli die Präsidentschaft der EU übernimmt.