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Griechenland-Krise verunsichert Märkte erneut

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Griechenland-Krise verunsichert Märkte erneut

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Die Diskussionen um eine mögliche Staapspleite Griechenlands haben an den Märkten wieder für Nervosität gesorgt. Deutschland und Österreich wollen erst nach Abschluss aller Verhandlungen über eine Auszahlung der Gelder für Athen entscheiden. Der Risikoaufschlag für griechische Anleihen erreichte ein neues Rekordhoch; er lag zeitweise bei 10 Prozent. EZB-Vizepräsident Lucas Papademos – selbst Grieche – forderte bei einer Sitzung in Brüssel, das Problem an der Wurzel zu packen: “Es ist wichtig, dass das Rettungsprogramm, das derzeit von EZB und IWF gemeinsam mit den griechischen Behörden vorbereitet wird, fiskale und strukturelle Maßnahmen beinhaltet, die den Ursprung von Griechenlands finanziellen und strukturellen Schwächen aufzeigen.”

Unterdessen wächst die Angst vor einem Dominoeffekt – denn auch portugiesische Bonds gerieten unter Druck. Die Gesamtverschuldung Portugals ist noch höher als jene in Griechenland. Auch der Euro wird von der Situation belastet, aber Experten wie Klaus Wübbenhorst warnen vor Hysterie. “Ein schwacher Euro ist auch gut für den Export in Nicht-Euro-Länder”, gibt er zu bedenken. “In Summe sollten wir sehen, dass Griechenland ein Problem ist, das zu lösen ist, aber unmittelbar hat es keine Auswirkungen auf die Konsumbereitschaft der Bürger.”

Das deutsche Zögern ist für griechische Banken nicht gesund: Deren Aktien verloren mehrere Prozent. Der Chef der griechischen Zentralbank sagte, Athen müsse das Budgetdefizit in diesem Jahr unter fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken, um glaubwürdig zu bleiben.