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Geheimakten zum Katyn-Massaker freigegeben

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Geheimakten zum Katyn-Massaker freigegeben

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Siebzig Jahre nach dem Massaker von Katyn – wo die Gedenkfeiern vom Flugzeugabsturz der polnischen Delegation überschattet wurden – hat Russland bisher geheime Dokumente über den Massenmord freigegeben. Einige davon waren nicht einmal Forschern zugänglich.
Auf Anordnung von Präsident Dmitri Medwedjew veröffentlichte Russlands Archivdienst Akten des damaligen sowjetischen Geheimdienstes NKWD im Internet.

Der Leiter des Archivs, Andrej Artisow sagte, die Unterlagen zeigten, dass Josef Stalin im Frühjahr 1940 die Erschießung der etwa 22 000 Soldaten und Zivilisten befohlen habe: “Hier ist das Dokument mit den Unterschriften von Stalin und den Mitgliedern des Politbüros, und links sehen wir die Anmerkung, dass die Genossen Kalinin und Kaganowitsch dafür sind.”

Moskau hatte lange behauptet, Hitler-Deutschland habe das Massaker in Katyn und anderen Orten verübt. Artisow sagte dazu, in den Archiven seien fabrizierte “Beweise” einer “deutschen Schuld” gefunden worden. Doch gerade an dem Ort, an dem die meisten polnischen Offiziere erschossen worden seien, hätten sich nie deutsche Truppen befunden.

Im Jahre 1990 stellte Michael Gorbatschow die sowjetische Alleinschuld fest.