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Portugal nach Griechenland? Sorge vor Schulden-Domino

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Portugal nach Griechenland? Sorge vor Schulden-Domino

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Gegen die als Ketten empfundenen Sparmaßnahmen sind gestern tausende Griechen auf die Straße gegangen. Sechs von zehn Helenen sind Umfragen zufolge gegen die harten Einschnitte, die Bedingung sind für Milliardenkredite von IWF und EU-Staaten.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte die Kreditwürdigkeit gestern auf Ramschniveau herunter. Nach den europäischen reagierten auch die asiatischen Märkte negativ.

EU-Ratspräsident Herman van Rompuy – zu Besuch in Tokio – kündigte einen Eurozonen-Sondergipfel für den 10. Mai an. Gleichzeitig versuchte er zu beruhigen, von einer Umschuldung sei keine Rede.

“Ich denke, wir werden weiter schlechte Nachrichten aus Europa bekommen”, sagt der Analyst Francis Lun von Flubright Security Services in Hongkong, “nach Griechenland vielleicht Portugal, dann Spanien, es ist wie ein Dominoeffekt, das Kartenhaus bricht zusammen, und es wird die Weltfinanzmärkte mit hinabziehen.”

Auch in Portugal – einem weiteren Eurosorgenkind – stand der Nahverkehr gestern still, auch hier richtete sich der Protest gegen Sparmaßnahmen, auch Lissabons Bonität wurde von Standard & Poor’s herabgestuft. Währenddessen kritisierten Politiker den Einfluss der Ratings. Dieselben Agenturen hätten zuvor bei Pleitebanken vollkommen falsch gelegen.