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Herabgestuft: Spaniern stinkt "AA"

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Herabgestuft: Spaniern stinkt "AA"

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Die Nachricht, dass nun auch ihr Land am Pranger steht, hat viele Spanier wütend gemacht, auf die Ratingagenturen und die Regierung. Der fehle es an Klarheit, schreibt die linksliberale El Pais, Spaniens größte Tageszeitung, Investoren hätten kein Vertrauen in die Umsetzung des Sparplans.

Ein Mann in Madrid sagt: “Zuerst denke ich: Die, die Krise nicht kommen sahen, und die dazu beitrugen, dass sie sich ereignen konnte, die stehen jetzt nicht ohne Job da. Sie haben die Krise nicht kommen sehen, sie haben sie sogar noch schlimmer gemacht… Idioten!” Und eine Spanierin fordert: “Wir brauchen noch strengere Sparmaßnahmen, um aus dem Sumpf zu kommen, die beiden großen Parteien müssen sich einigen, das müssen sie tun.”

Die Regierung rief zur Besonnenheit auf. Die Hausaufgaben seien gut gemacht, sagte die Vize-Regierungschefin. 50 Milliarden Euro will Madrid bis 2013 einsparen. Im Vergleich zur Einstufung Griechenlands und Portugals steht Spanien mit der Standard & Poor’s-Note “AA” noch relativ gut da. Andere Agenturen schlossen sich der Herabstufung nicht an.

“Das ist unverhältnismäßig”, sagt auch der Finanzanalyst Bram Boon, Griechenland-Geschäftsführer der Großbank ING, “ich bin überrascht, wie ernst die Märkte die Ratingagenturen nehmen, denn erst vor ein, zwei Jahren haben wir gesehen, dass sie nicht wirklich der verlässlichste Maßstab sind.”

Die spanische Regierung erwartet ein Haushaltsdefizit von knapp 10 Prozent, weniger als im vergangenen Jahr, aber mehr als drei mal so hoch wie der Stabilitätspakt erlaubt. Seit fast zwei Jahren schrumpft die Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit stieg auf über 20 Prozent.