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Portugiesen machen sich Sorgen

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Portugiesen machen sich Sorgen

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In Portugal macht sich Angst breit. Nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes trägt außerdem eine Streik-Welle gegen die geplanten Sparmaßnahmen der Regierung zur Beunruhigung bei. Der öffentliche Verkehr kam beinahe zum Erliegen, heute traten auch die Angestellten des Parlaments in den Ausstand. Manche Portugiesen geben sich dennoch gelassen. “Ich bemerke nichts von der Krise”, sagt ein junger Mann in Lissabon. “Ich höre, dass die Leute darüber reden, aber ich sehe nichts davon.” Ein etwas älterer Herr meint: “Die Krise? Sie fragen mich nach der Krise”? Wie ich das sehe? Sehr schwarz. Das ist eine Krise, die uns teuer zu stehen kommen wird. Wir bezahlen jetzt schon. Aber man muss die Politiker anklagen, die die Situation nicht vorhergesehen haben. Das ist doch ihre Aufgabe. Aber sie kommen noch nicht einmal mit der Gegenwart klar.” Die Regierung will nun mit Spar- und Privatisierungsaktionen das Haushaltsdefizit von derzeit 9,4 bis 2013 auf 2,8 Prozent drücken. Am Dienstag hatten die sozialistische Minderheitsregierung und die Opposition eine engere Zusammenarbeit vereinbart, um der – wie es hiess – “grundlosen spekulativen Attacke” zu begegnen und das Vertrauen der Märkte in die
Wirtschaft wiederherzustellen.