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Ratingagenturen geraten in die Kritik

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Ratingagenturen geraten in die Kritik

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Standard & Poor’s ist eine der drei großen Rating-Agenturen. Ihr Sitz befindet sich in New York und dort sind auch die anderen beiden Agenturen beheimatet, nämlich Moody’s und Fitch. Auf den Finanzmärkten kommt ihnen gewaltige Bedeutung zu: Wollen Unternehmen oder Staaten eine Anleihe auflegen, beurteilen Rating-Agenturen ihre Kreditwürdigkeit. Dabei steht Triple A für eine geringe Ausfallswahrscheinlichkeit, C für eine hohe und D für den Ausfall des Schuldners. Aber schon die Bewertung Doppel B minus für Griechenland genügte, um die Märkte zu verunsichern.

Die Macht der Ratingagenturen umspannt die ganze Welt: In New York getroffene Einstufungen beeinflussen die Börsen in Europa und Asien. Kein Wunder also, dass die Agenturen zunehmend kritisch gesehen werden, etwa vom deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble. Er forderte, Ratingagenturen auf europäischer und internationaler Ebene stärker zu kontrollieren, und meinte zudem: “Im übrigen ist kein Marktteilnehmer daran gehindert, Ratingagenturen nicht so ernst zu nehmen, wie es heute getan wird.”

Das sagt sich leicht – aber regelmäßig lösen Abwertungen Turbulenzen aus. Als Standard & Poor’s Spanien herunterstufte, verlor der Euro sofort an Boden; spanische Anleihen gerieten unter Druck. Einige US-Experten sprechen mittlerweile ganz offen davon, dass Ratingagenturen korrupt seien und mehrere US-Investoren haben die Agenturen sogar wegen ihrer Rolle bei der Finanzkrise verklagt.