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Arbeitslosigkeit in Spanien steigt und steigt

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Arbeitslosigkeit in Spanien steigt und steigt

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Jetzt ist es offiziell: Die Arbeitslosenquote in Spanien hat das Rekordniveau von mehr als 20 Prozent erreicht und liegt damit rund 10 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Die Zahlen waren durch ein technisches Versehen bereits Anfang der Woche bekannt geworden, nun wurden sie bestätigt. Eine Hiobsbotschaft für die Menschen. “Ich nehme jede Arbeit an, die ich kriegen kann”, sagt ein junger Mann, der sich seit Stunden vor dem Arbeitsamt anstellt. “Ich habe eine kleine Tochter, ich kann nicht einfach nichts tun.” Ein Einwanderer sieht seine ganze Zukunft in Spanien gefährdet: “Als Immigranten bekommen wir nur wenig Arbeitslosengeld. Wenn das so weitergeht, sind wir gezwungen, das Land zu verlassen.”

Rund 4,6 Millionen Menschen waren im ersten Quartal ohne Job. Das ist der höchste Wert seit 1997. In den vergangenen 12 Monaten verloren im Zuge der Wirtschaftskrise rund 600.000 Spanier ihre Arbeit. Und Experten wie Estefanía Ponte García von der Großbank BNP Paribas sehen keine Entspannung. “Die Arbeitslosenquote ist sehr hoch”, so Pomte García, “in manchen Bezirken beträgt sie sogar 21 Prozent. Aber unserer Meinung nach wird das Thema Jobabbau in Zukunft weiter aktuell bleiben. Der Jobabbau wird fortgesetzt, wenn auch langsamer als bisher. Und das wird den Privatkonsum empfindlich treffen.”

Düstere Aussichten also für das gebeutelte Spanien, dessen Kreditwürdigkeit erst vor kurzem abgewertet wurde. Die gute Nachricht: Die Risikoaufschläge für spanische Anleihen, die zunächst gestiegen waren, sind inzwischen wieder leicht zurückgegangen – aber den Arbeitssuchenden hilft das nicht.